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Mittwoch, 16. März 2011

Einen doppelten Espresso mit Schuss, bitte!

Diejenigen, die ein paar Jahre älter, aber nicht notwendigerweise reifer und erfahrener sind kennen die absolute Wahrheit: Kaffee und Koffeinprodukte sind schlecht!
Sie sind schlecht wie jede Art der Droge, ob nun legal oder illegal, soft oder hard, bewusstseinsverändernd oder betäubend. Spätestens dann, wenn die kleine Kathi-Marie es besonders lustig fand ihrem Bruder, dem kleine John-Joseph Pascal, eine Tasse von Papas doppelten Espresso auf ihrer Teeparty zu verabreichen, sind Elternteile alarmiert.

Vor allem in der Oberstufe war ich ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker. Zu dem Zeitpunkt, wo draußen die Welt noch in Frieden schlummert und man sich gegenseitig am Frühstückstisch nach aller Kunst der Morgenmuffeligkeit herzlich entgegen schweigt, schmeckt der Kaffee doch noch am besten. Die ersten zwei Stunden Sport Leistungskurs in der Praxis, kamen dann jedoch meist eher einem Kampf ums Überleben gleich. Jeder falsche Schritt könnte quasi dazu führen, dass dein Herz explodiert - eine tickende Zeitbombe in deiner Brust. Oder so fühlte es sich zumindest an, wenn der Puls an der Halsschlagader im deutlich hörbaren Takt des Tapsen, der leichtfüßigen Mitsportler mitschlug.
Im Übrigen sind solche Symptome eine ernstzunehmende Sache, denn wird darunter in der Medizin eine (wenn auch nur leichte) Koffeinvergiftung verstanden. Und noch immer feiern neue Koffeinprodukte täglich ihr Debüt und werden freudig konsumiert, trotz der jahrelangen Erkenntnis, dass Koffein in seiner gesundheitlichen Wirkung nicht zu unterschätzen ist und trotz Alternativen wie Koffein-freie Cola oder entkoffeinierter Kaffee.
Auch ich ertappe mich bei Zeiten von wenig Schlaf und einem langen Lerntag in der Uni dabei, dass die Vorteilkarte vom Douwe Egbert (DE) Café in unserer Fakultät (niederländische Kaffeemarke und Cafékette, ähnlich populär wie Starbucks - eure Senseo-pads sind übrigens von DE) wieder fast voll ist. Zumindest darf ich mir bei voller Karte gratis den Körper vergiften.

Aber Mal im Ernst.
Sicherlich will ich hier nicht wettern gegen Drogen, Alkohol und andere Substanzen oder gar Moralapostel spielen um Dir zum zigsten Mal vorzukauen, dass diese gefährlich und schädlich sind. Wir sind alle kein unbeschriebenes Blatt Papier. Die meisten Menschen werden sich der Tatsache mehr oder weniger bewusst sein, dass derartige Substanzen, welche Funktion des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen, nicht zu einer gesunden Lebensweise beitragen. Obwohl die Tatsache von vielen auch gerne mal ignoriert oder verdrängt wird. Auch ich, der seinen Kaffekonsum damals deutlich minderte, um beim Sport nicht ständig mit seiner Mortalität konfrontiert zu werden (zumal sportliche Aktivität auch das Gegenteil bewirken sollte) sehe mich in alte Muster zurückfallen. In Muster wo letztendlich doch wieder öfter zu Genussmitteln, wie meinen geliebte DE Cappuccino Heißgetränk, gegriffen wird.

Wieso ist das so? Manche mögen behaupten, dass man oft sehr kurzlebig denkt und zumindest für den Moment das Bild aus dem Kopf verdrängt, dass man durch sein Verhalten womöglich irgendwann mal, am Tropf hängend, in einem unserer Krankenhäuser landet oder im schlimmsten Fall in der Kiste. Ich denke das ist absolut der Fall, wenn auch nicht der einzige Faktor. Ich persönlich wundere mich ja schon lange, worauf manche Gesetze bezüglich zu Rauschmitteln genau basiert sind. Und deutlich sollte sein, dass ich mich hier lediglich kritisch mit dieser Frage auseinandersetze und das mit meinem jetzigen Wissensstand. Würde ich behaupten, ich hätte für das Thema reichlich recherchiert müsste ich lügen und korrigiert mich, wenn ich mit meinen Argumenten falsch liege.
Allerdings sind die meisten Behauptungen auf Fakten basiert, die ich während des Studiums oder durch eigene Interesse erworben habe. Und natürlich soll alle Fachsimpelei nicht dazu auffordern sich illegal zu verhalten, loszuziehen und allerlei Drogen zu konsumieren. Denn egal wie logisch so mancher Einwand klingen mag (oder vielleicht auch nicht), illegal bleibt illegal, schädlich bleibt schädlich. Aber wieso sage ich das? Wir denken doch schließlich zwischen den Ohren mit.... oder...?

Nehmen wir das altbekannte Beispiel: Alkohol vs. Cannabis. Ich denke jeder kann damit was anfangen und sicherlich bin ich nicht der erste oder gar der letzte Mensch, der diese Beispiel aufgreift. Dazu gesagt bin ich auch der Meinung, dass gerade im Fall von Alkohol, für viele scheinbar ziemlich undeutlich ist, um was es sich bei diesem Genussmittel genau handelt. Auf der anderen Seite gilt so etwas ähnliches für Cannabis oder Koffein.

Was verstehen wir eigentlich unter Alkohol? Assoziationen, die mir spontan in den Kopf schießen sind vielleicht: Party, Spaß, soziale Aktivitäten, Genussmittel, Feierlichkeiten etc. die Liste ist unendlich lang, aber um es kurz zu fassen: Alkohol ist im Allgemeinen und mit wenigen Ausnahmen ein akzeptiertes Genussmittel, das nicht selten zu sozialen Anlässen konsumiert wird, ob nun in einer gemütlichen Runde beim Pokern oder beim Sektbuffet auf einer Hochzeit. Nach den ersten, häufig positiven Assoziationen, schießen die weniger erfreulichen Aspekte in den Kopf: Nachlassen der körperlichen und willentlichen Kontrolle, Übelkeit, Kater, Unfälle (sowohl Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen und Erwachsenen, als auch das unschöne und kalte Erwachen in einem Straßengraben) und in weitaus schlimmeren Fällen die körperliche Abhängigkeit, vielleicht sogar Tod.

Gerade Alkoholsucht ist ein weitgehend unterschätzter Aspekt, denn wer jemals gelesen oder gar erfahren hat wie schmerzhaft und mühsam ein körperlicher Alkoholentzug ist, wird mein Argument ansatzweise nachvollziehen können (gilt sicherlich nicht nur für Alkohol, sondern alle körperlichen Entzüge). Und trotz des Wissens aller bestehenden Gefahren, aller Vorsorgemaßnahmen der letzten Jahre und tagtäglichen Berichten über Komasaufen und Trunkenheit am Steuer bleiben die spontanen Assoziationen bei den meisten Menschen doch in der Gunst dieser Substanz. Ich möchte mich gar nicht erst groß darüber auslassen, welche physischen Folgen und körperlichen Langzeitschäden durch Alkohol entstehen. Dysfunktion der Leber, Arterienverkalkung und Beschädigung des Nervensystems sind nur ein kleiner Teil dessen.
Jedoch muss erwähnt werden, dass wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass eine geringe Mengen an Alkohol täglich (etwa ein Gläschen Wein) gesünder sind, als gar keinen Alkohol zu trinken. Das lässt doch hoffen.

Nehmen wir die in Deutschland illegale Substanz Cannabis im direkten Vergleich: Was fällt darüber zu assoziieren? Die meisten Menschen, gerade die nicht wirklich wissen was dieses Mittel bewirkt, werden wohl vor allem Punkte nennen wie: Entwicklung von Psychosen und anderen psychischen Krankheiten, soziale Inkompetenz, Ziellosigkeit, Gleichgültigkeit, Zurückgezogenheit und natürlich Sucht. Die Meisten derjenigen werden vermutlich auch zustimmen, wenn man behauptet, dass diese Substanz sozial unverträglich ist und jeden Konsumenten in einen willenlosen Zombie verwandelt. Die selben werden vielleicht am wenigsten bereit sein zu denken, dass es eine bewusstseinsverändernde Droge ist, die beim Konsum zB. entspannend und erheiternd wirkt, vielleicht sogar durchaus sozial verträglich sein kann. Bei meiner bzw. jüngeren Generationen beobachte ich zumindest, recht subjektiv, mehr und mehr Akzeptanz, im Vergleich zu älteren Generationen (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Natürlich herrschen dort auch meist ganz andere Werte und Mentalitäten.

Was ist an dieser Stelle dann wahr und was nicht, wenn man an Cannabis denkt? Vielleicht sollte man sagen: Alles und dann auch wieder nichts. Denn nicht jeder der Cannabis konsumiert ist auch ein introvertierter Faulpelz, der sich um alles einen Dreck kümmert. Die Wissenschaft zeigt sogar parallelen zu Menschen mit Schizophrenie und Cannabiskonsum oder mit anderen psychischen Krankheiten wie Depression oder Paranoia. Die altbekannte Frage: "Was war eher da? Das Huhn oder das Ei?".
War erst die Krankheiten da, ausgelöst durch Cannabiskonsum, oder ist Cannabiskonsum nur im Zuge von Selbstmedikation, etwas was aus diesen Erkrankungen folgt? War da erst der unmotivierte Nichtsnutz oder war es die Droge, die ihn dazu macht was er ist? Eine klare Antwort gibt es leider nicht.

Natürlich hat Cannabis körperliche Schäden zu Folge. So wird gesagt, dass das konsumieren von einem Joint, welcher mit Tabak gedreht wird und dadurch auch nicht selten zu Tabakabhängigkeit führt, weitaus schädlicher ist als eine Zigarette zu rauchen. Zumal man dann denken muss an die Schäden durch Tabak, sowie Arterienverkalkung, Impotenz, Krebs und all die Risikos, von denen uns die freundlichen Aufdrucke auf den Zigarettenschachteln warnen. Konsum von Cannabis soll, im übrigen auch zu kognitiven Einschränkungen wie Gedächtnisverlust und zu Konzentrationsmangel führen.

Die Wissenschaft ist sich auch einer weiteren Sache nicht ganz einig. Die Gate-Theory stellt die Frage, ob Cannabis nicht die Pforten öffnet zu wesentlich härten Drogen, wie Kokain, Amphetamine und Heroin. Andere sind der Meinung, dass dies nicht der Fall ist. Denkbar ist auf jeden Fall, dass Cannabis (vielleicht auch wegen dem Image der "illegalen" Droge?) den Widerstand nimmt, um auch härtere Drogen zu testen. Ganz nach dem Motto: "Wenn schon, denn schon".

Zieht man den Vergleich zu Alkohol, dann sind die Todesursachen die direkt in Bezug stehen mit dem Konsum Cannabis geradezu Null. Wenn man Wikipedia glauben schenken mag (wobei man bei Wikipedia und Co. auch immer kritisch bleiben sollte), dann sind weltweit keine verzeichneten Todesfälle durch eine Überdosis an Cannabis bekannt. Ich glaube ich erspare es dem fleißigen Leser, dies hochzurechnen auf die direkten Todesfälle durch Alkohol. Auch ist eine körperliche Abhängigkeit von Cannabis in der Wissenschaft noch nicht recht deutlich, jedoch kann man klar von einer psychischen Abhängigkeit sprechen. Im Allgemeinen ist das nicht viel besser, jedoch soll eine physische Abhängigkeit angeblich leichter zu überwinden sein, als eine körperliche Abhängigkeit. Zumindest klingt es für mich logisch, dass Schmerzen, Überempfindlichkeit und, in schlimmeren Fällen, ein ausgeprägtes Delirium es schwieriger machen die Substanz nicht mehr zu konsumieren, als wenn "lediglich" kognitive Prozesse und Gewohnheit dazu auffordern die Substanz zu sich zu nehmen.

Was auch nicht vergessen sollte, wenn man als Argument gegen Cannabis Erscheinungen wie Gleichgültigkeit oder ein entwickeln von sozialen Problemen nennt, dass dies bei Alkohol ebenso der Fall sein kann. Ich persönlich bin dabei auch der klaren Ansicht, dass jegliche Sucht, die ein normales Leben nicht mehr möglich macht, weitaus tiefere psychische Probleme als Ursache tragen und nicht grundsätzlich und allein auf die Droge selbst zurückzuführen ist.

Wenn man also beide Substanzen vergleicht, so kann man parallelen ziehen: Beide Substanzen sind schädlich und haben ihre Nebenwirkungen. Auf der anderen Seite scheint Alkohol allerdings wesentlich schwerere Konsequenzen für Körper und Geist zu tragen bzw. ist die nachgewiesene Schädlichkeit von Cannabis in Relation zu Alkohol empirisch (noch) nicht wirklich gleichzusetzen. Warum also diese Stigmatisierung und Verteuflung von der einen Substanz, die in ihren Auswirkungen weniger negative Aspekte trägt, und die Verherrlichung von der anderen Substanz, die auf Grund von logischer Schlussfolgerung ebenso verboten gehört?

Und nochmals: Dies ist nur ein kritische Überlegung, eine ernstgemeinte Frage und keine Verherrlichung von irgendwas.

...und jetzt seid ihr dran.

Dienstag, 15. März 2011

Blog 2.0

Es ist ein Weilchen her, dass ich von mir hab hören lassen.
Nach einem Anfall von Schreibwahn, haperte es erst an Inspiration und später ganz einfach an Lust und Zeit, um den Blog hier fortzuführen. Nachdem ich eine recht langen Text über Kaffeekonsum verfasst hatte, der dann aber völlig zum Thema Drogen- und Alkoholkonsum abzuschweifen drohte, hatte ich die Nase erstmal endgültig voll vom bloggen. Es wollte alles nicht so recht passen. Ich hatte letztendlich wohl doch mehr zu erzählen, als über die Ähnlichkeiten mit bekannten Fussballstars und aufreizenden Discoludern.

Da mein Blog anfangs eher gedacht war für humoristische Anekdoten, will ich nun ein wenig umstrukturieren und mir Gedanken machen, wie ich ein etwas weiteres Spektrum schaffe und mir einfach erlaube mehr zu schreiben als nur ein paar freche Texte aus dem Leben. Das ganze beginnt damit, dass ich den Namen des Blogs verändert habe zu "Das Leben und andere Kleinigkeiten".

Aus dem Leben will ich also immer noch gerne erzählen und ebenso kann und werde ich nicht vollständig auf flappsige Bemerkungen verzichten. Warum auch? Allerdings erlaube ich mir absofort viel mehr Freiraum meiner Themenwahl und nehme mir das Recht auch mal ein wenig (aber nur ein wenig) ernster über das Leben zu philosophieren.

Auf einen neuen Versuch.

Sonntag, 9. Mai 2010

Willkommen in der Familie

(Lest vorher den ersten Eintrag dieses Blogs, dass macht ein paar Dinge einfacher zu verstehen :) ).

Manchmal glaube ich manche Frauen werden nur geboren um geheiratet zu werden. Natürlich, wie sooft im Leben gleicht ein Ei nicht dem Anderen. Hier ist die Hochtzeit etwas schlichter, dort etwas pompöser. Bei dem einen ist es Hochtzeit wie im Bilderbuche, bei Anderen wird das Eheversprechen vor einem swingenden Elvis Look-alike in Vegas gegeben. Und letztendlich geht es eigentlich nur um die Frau. Frau hier, Frau da. Seis ihr an dieser Stelle aber gegönnt.

So war ich auch gestern Zeuge des Zaubers der Eheschließung. Ich selber bin, der sich in einer noch recht jungen Lebensphase befinde und von Heirat nicht wirklich viel hält, trotzdem immer wieder fasziniert, ja, sogar berührt, durch den Aufwand und die Liebe die dabei an den Tag gelegt wird.

Ich treffe also ein beim Standesamt. Die Braut kommt vorgefahren in einer dicken Stretchlimo, zusammen mit Trauzeugen und weiblichen Elternteilen beider Seiten. Der Ehemann darf zu Fuß gehen, schließlich darf er die Braut ja nicht sehen. Armer Idiot.
Ein Blick in die Limo sagt mir, dass ich vielleicht doch heiraten sollte. Während ich mich Frage, wo das Koks und die Nutten in dem wirklich gut ausgestatteten Innenraum unterkommen, entschließe ich mich vielleicht doch besser ein uneheliches Kind zu zeugen und dies einfach heiraten zu lassen. Damit bin ich fein aus dem Schneider.
Die Familien setzen sich, der Bräutigam läuft nervös auf und ab. Alles wird ruhig. R&B Musik erklingt aus dem CD Player. Haben sich beide bestimmt gemeinsam ausgesucht *hust*. Die Braut kommt rein und wie auf Druckkopf fangen alle Weibchen im Saal an zu schluchzen. "Ja...", denke ich, "wieder eine Freundin, die vor euch heiratet."
Es wird still im Saal, nur ein kleines wimmern hier und da. Die Standesbeamtin beginnt mit der Zeremonie, und leitet ein mit ein paar schönen Wörtern, die das Schluchzen um alle herum noch einmal aufleben lässt. Ich für meinen Teil frage mich, zum wieviel hundersten Mal die Gute Frau den Text nun schon vorträgt.

Nach 20 Minuten ist das Dram..äh...Schauspiel vorbei.
Es werden Fotos geschossen, die Braut und der Bräutigam dürfen ein Herz auf einem Bettlaken auschneiden und hindurchsteigen. Die Braut, die eine Linkshänderin ist, wird mit einer Rechtshänderschere ordentlich gefoppt, dann hilft der Ehemann nach. Wenn da nicht eine Singlefreundin sich grad still ins Fäustchen lacht.

Eine andere Hochtzeitsgesellschaft ist bereits eingetroffen. Höflich werden wir von der Treppe des Standesamtes verjagt. Nachdem die Menschen ins Standesamt geströmt sind, kommt auch die Braut in einem schicken weißen Rolce Royce vorgefahren. Rivalisierende Blicke werden zwischen Braut incl. Freundinnen und der anderen Braut ausgetauscht. "Diese Schlampe!", kann man deutlich in den Gesichtern eines jeden lesen. Doch ist die rivalisierende Braut deutlich in der Unterzahl und trollt sich ins innere des Gebäudes. Blicke die sagen: "Genau, zieh leine und heirate dein Arschloch von Mann!", heitern die kurze Anspannung wieder auf.

Auf gehts zum großen Festmahl in einem schicken neumodischen Gasthaus. Die Leute gucken nicht schlecht, als die fette Stretchelimo auf den Aldiparkplatz hinter dem Gasthaus ihre Runde dreht. Brautpaar (Ehemann durfte diesmal doch mitfahren) und alte Besetzung steigen amüsiert aus. Der Situation zu erschließen, fragt der ein oder andere was wohl auf der Fahrt zur Gaststätte in der Limo passiert ist und welche lustigen Pillen zwischen den Sitzen hergeholt worden sind. Einige andere wollen es gar nicht so genau wissen. Die Bermerkung eines Mitfahrers, dass es erstaunlich sei, was man in so kurzer Zeit in einer Limo alles machen kann, setzt mein Kopfkino in gang und bringt mich zu der Erkenntnis, dass ich besser nicht weiter nachfrage.

Im Restaurant erwartet uns ein stattliches Essen vom Buffet. Ich setze mich bereits mit der Vorspeise Schach Matt, quäle mich durch das Hauptgericht über Dessert bis zur Hochzeitsbuttercremetorte. Augenverdrehend wünschte ich, dass man mir das Essen wieder rausschneidet. Mein Vater sitzt neben mir und schaut auf den Teller. "Hast du nur einmal Hauptgericht gegessen?", eine Frage die man wirklich nur in Wohlstandsländern fragen kann.

Ich geselle mich zum Brautpaar und unterhalte mich mit denen über den weiteren Verlauf des Abends. Zur Nachtresidenz in Düsseldorf soll es gehen, hört, hört. Der Vater der Braut, der interessiert dem Gespräch lauscht, schaut mich an und kommt zu einem weniger erfreulichen Entschluss: "Wissen Sie an wen Sie mich erinnern...?". Story of my life...

Nachdem die sich jeder voneinander verabschiedet hat geht es ab zu meinen Vater. Ich mache mich fertig für den späteren Abend. Ich bin der Erste, der in der eindrucksvollen Neuwohnung des Ehepaars eintrifft, aber bald schon ist die Bude rappelvoll. Dasselbe R&B Lied, dass auch zur standesamtlichen Trauung lief, spielt nun auch im Hintergrund. Zu meiner bitteren Überraschung wurde die Repeatfunktion aktiviert. Zähne knirschend und mit Getränken bewaffnet zucken ich und auch einige Gäste bei jedem Liedneuanfang synchron und zunehmend heftiger zusammen. Nach einer halben Stunde Druckbetankung, werden wir erlöst und geht es endlich nach Düsseldorf. Hoffentlich durfte die Braut nicht die Playlist bestimmen, sonst wird der Abend von eher monotoner Songauswahl geprägt. Angekommen bei der Nachresidenz stellen wir uns in die Schlange für die Gästeliste. Rechts neben mir versuchen zwei Mädchen und zwei Typen in die Residenz zu kommen. Der Türsteher guckt sich alle vier an und sagt schließlich: " Die Mädchen können rein, aber die Jungs kenne ich nicht, sorry!". Netter Versuch Leute. Ich fühle mich fast schuldig.

Ich kriege ein schwarzes Band um meinen Arm und kriege eine schwarze Karte. Beeindruckt, aber unwissend was das alles zu bedeuten hat, lass ich die Dinge geschehen. Ziemlich eindrucksvoller Laden. Selbst auf dem Klo riecht es nach Jungfräulichkeit. Wir werden in den VIP bereich geführt und der Absolut Vodka wird bereit gestellt. Ich begnüge mich mit Red Bull. Der Laden wird immer voller. Plötzlich kommen einige Gestalten exzentrisch tanzend in den VIP Bereich und begeben sich auf das Tanzpodest - die Gogotänzer sind eingetroffen. Neben mir tanzt eine wunderschöne junge Frau, mit einem ziemlich kurzen Minirock, den sie, der unüblichen Form nach zu beurteilen, offensichtlich bei IKEA in der Lampenabteilung erworben hat. Ich muss mich setzen um mir das Spektakel genauer anzusehen. Ein Arbeitskollege von meinem Bruder guckt mich an und sagt: "Hast du den Arsch schon gesehen?", der unter dem Lampenschirm hervorblitzt, "Meine Fresse!". "Ja, der ist ja kaum zu übersehen!", ist meine Antwort. doch so hübsch die Gute auch ist, wird sie scheinbar nicht fürs Lachen bezahlt.

Ich genieße den Ausblick und trinke mein Dose Red Bull (der aus purem Gold gegossen sein musste - eine Dose 5€, eine Flasche Absolut Vodka im Vergleich 60€ - aber ging ja auf das Brautpaar :D) , dann tanze ich selber. Fasziniert beobachte ich den glatzköpfigen Mann der wie eine Gottesanbeterin verkleidet, wirre Bewegungen macht. Auf der Treppe die von der Tanzfläche eine Etage höher führt, windet sich ein weiterer Gogotänzer die Treppen hoch. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass sein Outfit einem Kunstwerk von Körperwelten ähnelt, fast wie ein Knäuel aus Blutfäden.

Links von mir tanzt ein ziemlich betrunkenes Mädchen jenseits der Absperrung vom VIP Bereich. "Ziemlich wild die Kleine!", denke ich so bei mir, während ich sie hin und wieder beobachte, wie sie Fotograph bis Kameramann usw. angräbt. Schließlich kommt sie zu mir. "Lässt du mich in den VIP Bereich?". "Pah!", denke ich, "so einfach ja nicht!". "Süße, ich kenne dich doch gar nicht, ich kann dich nicht einfach hier reinlassen, wenn du mir nicht ein bisschen von dir erzählst!". Es startet ein heftiger Flirt. Meine Gruppe wird Aufmerksam. Die Mäddels kommen zu mir und mischen sich ins Gespräch. Die Jungs klopfen mir, so subtil wies mit der harten Promille im Blut nunmal geht, von hinten auf die Schulter. Später sagen die Mädchen mir:" Diese kleine Schlampe, die hat sich schon den ganzen Abend an alles rangemacht was fleucht und kreucht, die is nix für dich!". Da sieht man wieder den unterschied zwischen Männern und Frauen. Die Jungs kommen abwechselnd zu mir und brüllen lediglich "Du musst die bumsen!".

Wieder zu ihr: Sie will meine Nummer, ich gebe sie ihr mit den Worten, dass Sie sich melden soll, sonst kriege Sie die Nummer nicht. Sie bejaht dies, lässt die Nummer in ihrem Slip verschwinden (!) und ehe sie selber wieder tanzen geht (in den VIP hab ich sie nicht gelassen. HAHA) lispelt sie in mein Ohr: "Weißt du an wen du mich erinnerst...?" Story of my life...!

In dem Sinne:
Lang lebe das Hochtzeitspaar! Ich wünsche euch eine glückliche und lange Ehe! Danke für die tolle Nacht und das unbezahlbare Ambiente.

Rache ist Blutwurst

Mein bester Kollege und ich - wir haben uns schon gern. Wir ticken sehr auf derselben Wellenlänge und können beide gleichmaßen für den jeweils Anderen ein recht nerviger Motherfucker sein. Wir teilen Insider, gemeinsame Momente und haben ein offenes Ohr füreinander- wir schauen uns die Welt mit offenem Herzen an und sie guckt dummdreist zurück.
Selbst die Distanz, die wir seit Schulabschluss zueinander aufgebaut haben hat das Band eher noch verstärkt.

Seit wir uns kennen spielen wir dieses Spiel, ihr wisst schon: Der eine formt mit seinem Daumen und Zeigefinger ein Loch und probiert die Aufmerksamkeit des Anderen darauf zu richten. Wird in das Loch geguckt, gibts einen Schlag auf den Oberarm. Dieses wunderbare Spiel ist verblüffenderweise grenzüberschreitend und auch bei älteren Generationen bekannt. Freunde meines Bruders, mit dem Alter über 30, sind ebenso euphorisch, wenn sie unerwartet in das "Loch" gucken und begreifen, dass das Spiel eingeleitet worden ist, wie die guten niederländischen Nachbarn (weitere grenzüberschreitende Exempel wurden noch nicht ausreichend statuiert).

Doch so über die Zeit muss man schon kreativ werden um den anderen zu nerven. Nicht, dass wir das nicht wären, nicht mit immer abscheulicheren Mitteln das Lochgame (Nein, nicht, DAS Lochgame) spielen und mit unerdenklichen Tricks versuchen den anderen zu "foppen".
So hat mein Kollege durch seinen Vater die unendlichen Freunden entdeckt, mich mit meiner Ähnlichkeit, zu einem nicht unbekannten Fussballer, immer wieder dranzukriegen.

Erst kürzlich, wie unlängst berichtet, machte er die Belegschaft einer Buchhandlung auf meine Änhlichkeit aufmerksam. Die Verkäuferinnen waren amüsiert und der Kollege hatte seinen Triumph in der Tasche.

"Quit pro quo Mr Powers", sagte mal ein glatzköpfiger Bösewicht - aus irgendeinem Grund, den ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, startete ich vor einigen Monaten ein Profil bei Facebook unter dem Namen Jamie Cullum. Da mich Tag für Tag mehr Leute als Freund hinzufügten und ich mehrfach gefragt wurde, ob ich es nun wirklich der "Echte" sei, schrieb ich irgendwann in meine Info, dass ich es nicht bin. Scheinbar mit mäßigem Erfolg, denn änderte das rein gar nichts. Da ich tatsächlich ein großer Fan von Jamie Cullum geworden bin, wollte ich das Profil als Fanprofil stehen lassen.

Ich fügte auch meinen Kollegen als Freund hinzu, was dazu führte, dass wiederum Leute aus aller Welt mit ihm befreundet sein wollten. Schließlich musste er tagtäglich die unzähligen Freundschaftsbestätigungen ignorieren und beschwerte sich auch darüber.

Also habe ich als guter Freund begonnen, ihm zweideutige Messages auf seine Pinnwand zu schreiben, die nicht unbedingt für, aber auch sicherlich nicht gegen meine Existenz als "echter" Jamie Cullum sprechen. Leute, die ihn kennen, wissen, dass es unwahrscheinlich, aber nicht völlig unabwegig ist, dass er Jamie Cullum evtl kennen gelernt hat. Dieser Spaß reichte bisher schon soweit, dass Bekannte von ihm fragten, ob und woher er denn Jamie Cullum kenne. Da er Praktikum beim Radio macht, wollte selbst ein Arbeitskollege wissen wie er denn zu dieser Bekannschaft käme, mit dem nicht unwichtigen Beifügsel, dass dieser Radiosender der Einzige in der Umgebung wäre, der Jamies Musik spielt (woot, woot ;) ).

Ich bin gespannt wie weit wir beides das Spiel noch treiben können. Lustig wird es allemal.
Rache ist nunmal Blutwurst.

"Sie sehen aus wie...!"

Sommer 2006. Das WM Fieber hat bereits das gesamte Land infiziert. Selbst der größte Fussballantipathisant fordert zum freundlichen Trikottausch auf. Solidarische Auto-Deutschlandflaggen zieren die Straßenränder, große, aus den Fenstern gehangene Deutschlandflaggen wehen im Stolze der Nation - in diesem Ausmaße das erste Mal nach wahrscheinlich 60jähriger Stock-im-Arsch-Gesellschaft. Deutschland zeigt im wahrsten Sinne des Wortes wieder Flagge und schämt sich nicht dafür.

Ja, auch ich habe mich mitreißen lassen: Public-Viewing - schwitzend, zwischen tausenden euphorischen Menschen, Massenkarambolagen - 5 Minuten vor Spielbeginn im Auto, dann wann man eigentlich längst sein Gesäß in die Couch pressen sollte, in der Linken ein Bier und in der Rechten die Arschbacke der Freundin (die selbst nicht verschont geblieben ist von Faszination WM in Deutschland und mitlerweile sogar die Abseitsregeln versteht - wir sind stolz).
- ein geteiltes Gefühl von Gemeinsamkeit.

Doch birgt auch jedes ach so freudige Ereignis seine Schattenseiten. Ich denke in den letzten Jahren wurde das Thema WM2006 schon breit genug getreten, drum will ich nicht groß drauf eingehen. Ja, es war ein großes unvergessliches Ereignis. Auch wenn Wörter, die mit I- anfangen und -talien aufhören einen negativen Nachgeschmack hinterlassen, lebt die WM trotzdem positiv in unseren Herzen weiter.
An dieser Stelle also nicht das sooft zitierte "Sieger der Herzen" oder "Deutschland ein Sommernachtsmärchen".

Persönliche Schicksale sind das Schlagwort, nämlich Meines. Um diese zu illustrieren eine einfache Frage: Wer schoß 2006 das erste WM-Tor?
Aufmerksame Mitverfolger des Events würden jetzt mit "Phillipp Lahm" richtig antworten und Fanaten könnten mir auf die hunderste Sekunde genau sagen wann der Ball das Netz des Gegentors traf. Sogar können noch vereinzelt die wütenden Schreie des Nachbars aus Costa Rica mit der verpatzten ODDSET Wette von nebenan nachvollzogen werden. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass ich selber 5 Minuten eher noch im Auto saß, und genau 20 Sekunden nach dem ersten Tor den Fernseher anschaltete und den epischen Moment nur noch in der Wiederholung sehen durfte. Schicksale die prägen. Jedoch geht diesem Moment mit Phillip Lahm eine weitaus wichtigere Tatsache voraus.

Phillipp Lahm, ein Mann, mein Schicksal. Warum? Weil Gott, das Universum, vielleicht das all umwobene Spaghettimonster, aber wahrscheinlich doch eher gute Gene dazu geführt haben, dass ich Herrn Lahm sehr ähnele. Wieso ist das so schlimm? Nun, wenn ich schreibe "mein Schicksal" ist der Wortgebrauch vielleicht etwas ungünstig gewählt. Vielleicht würde "Bürde" es besser treffen.

Versteh mich nicht falsch, mit Phillipp Lahm als Person habe ich es verdammt gut getroffen. Quasi die Oberschicht der Look-alikes. Ich hätte es weitaus schlechter treffen und das Äußerliche von Gildo Horn, Gunter Gabriel oder Daniel Küblböck abkriegen können. Oder nicht auszudenken: Einen Remix von allen zusammen!
Nein, Phillipp Lahm sieht nicht schlecht aus, hat eine hübsche Freundin (bald Ehefrau), ist sicherlich in der Lage dem Pizzaboten ein knackiges Trinkgeld zu geben, ist berühmt und bei der Masse beliebt. Einziges Manko wären da vielleicht noch die nicht überall gleich anerkannten Ansichten über Lahms sexuellen Orientierung - aber wen juckt das schon. Der Typ ist verdammt sympathisch.

Es geht weniger um Phillipp Lahm als Person. Ich meine der ein oder andere kennt das, schließlich sieht jeder irgendwann, irgendwem, auf irgendeine Art und Weise ähnlich. Und gerade anfangs, dort wo man sich noch nicht wirklich bewusst ist von der Existenz des bösen Zwillings ist die Sache auch noch recht sympahtisch, man fühlt sich doch irgendwo auch ein bisschen geschmeichelt und umgarnt. Die betroffene Person wird auf die Ähnlichkeit angesprochen, muss schlimmstenfall einen blöden Witz etragen, höflich drüber lachen und das Thema ist gegessen - denkt man.

Jetzt gehen wir nochmal zurück zur WM2006. Deutschland im Fussballfieber, Lahm in der Nationalelf, schießt das erste Tor der WM und macht sich auch für den Rest sehr gut - kurz er steht im Rampenlicht. Ich komme irgendwohin und oben genanntes Szenario spielt sich ab: Der Moment der Erkennung, ein schlechter Witz, ein höfliches Grunzen, man widmet sich wieder seinem Leben. Dies allerdings rund 4-5 mal am Tag.

Szenario:

Hochtzeit meines Bruders vor 4 Jahren, aus ebenfalls oben genannter Solidarität ist ein Fernseher aufgestellt um diejenigen zu trösten, die durch gesellschaftlichen Druck, ausgelöst durch eine doch eher triviale Hochtzeit, ein WM-Spiel missen. Ein kleines Grüppchen verfolgt weniger mitgerissen ein weniger interessantes Spiel und ich geselle mich dazu. Blicke schweifen und treffen sich, bis einer der Mitvierziger fragt, wieso ich denn nicht in München wäre. Ein Mann vom Typ, dem man damals in der Schule bis zum heutigen Tage sein Pausengeld geklaut hat - und zwar völlig zurecht. Ich, leicht entnervt, etwas auf dem Schlauch stehend, frage zurück: "Wieso?". Er kommt schnell zum Punkt: "Sie sehen aus wie Phillip Lahm!". Zur Belohnung kriegt er ein verlegenes Höflichkeitsgrinsen, das sagt: Haha, wie witzig, du Arschloch, das war ja kreativ. Die Miene des Mannes verändert sich zu einem Blick der triumphierend sagt: Mannoman was bin ich ein witziger Typ. Zeitgleich rollen sich mir die Fußnägel hoch. Angewidert wende ich mich wieder dem Spiel zu. Wie gern würd ich ihm jetzt sein Pausengeld klauen...

Und das ist noch nicht alles. Viele sagen jetzt an der Stelle, dass das doch harmlos sei. Ja, mag sein. Es ist nicht so, dass mein Leben nun qualitativ schlechter wird, mit jedem Mal, wenn jemand seinen Senf zu meinem Äußerlichen beiträgt. Es ist auch sicherlich nicht böse gemeint, davon bin ich überzeugt. Schließlich kann keiner wissen, dass schon mindesten 20 Leute vorher, genau den gleichen, besonders witzigen Kommentar über Lahm und mich abgelassen haben. Und nach der WM sollte der faule Zauber vorbei sein. Aus dem Auge aus dem Sinn sagt man so schön. Dachte ich.

Knappe 2 Jahre später ruft mich mein verstrahlter Vater an: "Seit wann machst du denn Werbung für Aids?". Jetzt ist es soweit, denke ich mir. Der langerwartete Wahnsinn, den meinen Vater schon Jahre schleichend zu übekommen schien, zeigt sich im Endstadium. Ich schlucke einmal, hohle tief Luft und sammle meine verlorene Fassung wieder ein. "Was?! Werbung FÜR Aids?".
Die positive Eigenschaft von dem Scherzkeks auf der Hochtzeit, also schnell auf den Punkt zu kommen, hat mein Vater wahrscheinlich noch nie wirklich gut beherrscht. Genausowenig, wie ich die Tugend der Geduld. "Vadder, mach mal nen Punkt!". Mit der folgenden, nun doch eher deutlichen Aufklärung meines Vaters, über das Plakat der Anti Aids Kampagne und Lahm als Werbeträger, holte mich meine WM Vergangenheit schmerzlich wieder ein. Werbung "für" Aids, jetzt gehts aber los. Danke Vati, danke Herr Lahm. Was ist aus der guten alten Nutella Werbung geworden?

Aber nicht nur mein Vater hat ein Auge fürs Detail. Auch der Vater meines besten Freundes kam vor kurzem zur Erkenntnis der deutlichen Parallelen. Und er ist genau wie mein Kollege vom Typ: Immer schön Salz in die Wunde. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...
So darf ich mir nun jedes Mal einen sympathischen Spruch anhören. Gekrönt wurde dies erst kürzlich, durch die Aktion meines guten Freundes. Treffpunkt: Thalia Buchhandlung, Ich: Auf der Suchen nach einem Geschenk, Der Kollege: Auf der Suche nach mir. Natürlich nicht, ohne die gesamte Belegschaft im Buchhandel auf mich Aufmerksam zu machen: "Haben Sie meinen Kollegen gesehen? Der sieht aus wie Phillipp Lahm.". Als ich zufällig dazustoße, brechen die Verkäuferinnen in Gekacker aus: "Stimmt, der sieht dem echt sehr ähnlich". Ich komme mir vor wie im Zoo.
Lächeln und winken, lächeln und winken, immer wieder. Aber Rache is ja bekanntlich Blutwurst - dazu ein andern Mal mehr.

Wir schreiben das WM Jahr 2010. Die Erkenntnis trifft mich hart.
Phillipp Lahm in der deutschen Nationalmannschaft, der WM-Horror rückt näher.
Die Billanz von nervigen Motherfuckern, die mich fortan mit nervigen Sprüchen quälen?
Exponentiell steigend.

Die Bürde eines P. Lahm Look-alike - Naja, zumindest sehe ich besser aus.