Mein bester Kollege und ich - wir haben uns schon gern. Wir ticken sehr auf derselben Wellenlänge und können beide gleichmaßen für den jeweils Anderen ein recht nerviger Motherfucker sein. Wir teilen Insider, gemeinsame Momente und haben ein offenes Ohr füreinander- wir schauen uns die Welt mit offenem Herzen an und sie guckt dummdreist zurück.
Selbst die Distanz, die wir seit Schulabschluss zueinander aufgebaut haben hat das Band eher noch verstärkt.
Seit wir uns kennen spielen wir dieses Spiel, ihr wisst schon: Der eine formt mit seinem Daumen und Zeigefinger ein Loch und probiert die Aufmerksamkeit des Anderen darauf zu richten. Wird in das Loch geguckt, gibts einen Schlag auf den Oberarm. Dieses wunderbare Spiel ist verblüffenderweise grenzüberschreitend und auch bei älteren Generationen bekannt. Freunde meines Bruders, mit dem Alter über 30, sind ebenso euphorisch, wenn sie unerwartet in das "Loch" gucken und begreifen, dass das Spiel eingeleitet worden ist, wie die guten niederländischen Nachbarn (weitere grenzüberschreitende Exempel wurden noch nicht ausreichend statuiert).
Doch so über die Zeit muss man schon kreativ werden um den anderen zu nerven. Nicht, dass wir das nicht wären, nicht mit immer abscheulicheren Mitteln das Lochgame (Nein, nicht, DAS Lochgame) spielen und mit unerdenklichen Tricks versuchen den anderen zu "foppen".
So hat mein Kollege durch seinen Vater die unendlichen Freunden entdeckt, mich mit meiner Ähnlichkeit, zu einem nicht unbekannten Fussballer, immer wieder dranzukriegen.
Erst kürzlich, wie unlängst berichtet, machte er die Belegschaft einer Buchhandlung auf meine Änhlichkeit aufmerksam. Die Verkäuferinnen waren amüsiert und der Kollege hatte seinen Triumph in der Tasche.
"Quit pro quo Mr Powers", sagte mal ein glatzköpfiger Bösewicht - aus irgendeinem Grund, den ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, startete ich vor einigen Monaten ein Profil bei Facebook unter dem Namen Jamie Cullum. Da mich Tag für Tag mehr Leute als Freund hinzufügten und ich mehrfach gefragt wurde, ob ich es nun wirklich der "Echte" sei, schrieb ich irgendwann in meine Info, dass ich es nicht bin. Scheinbar mit mäßigem Erfolg, denn änderte das rein gar nichts. Da ich tatsächlich ein großer Fan von Jamie Cullum geworden bin, wollte ich das Profil als Fanprofil stehen lassen.
Ich fügte auch meinen Kollegen als Freund hinzu, was dazu führte, dass wiederum Leute aus aller Welt mit ihm befreundet sein wollten. Schließlich musste er tagtäglich die unzähligen Freundschaftsbestätigungen ignorieren und beschwerte sich auch darüber.
Also habe ich als guter Freund begonnen, ihm zweideutige Messages auf seine Pinnwand zu schreiben, die nicht unbedingt für, aber auch sicherlich nicht gegen meine Existenz als "echter" Jamie Cullum sprechen. Leute, die ihn kennen, wissen, dass es unwahrscheinlich, aber nicht völlig unabwegig ist, dass er Jamie Cullum evtl kennen gelernt hat. Dieser Spaß reichte bisher schon soweit, dass Bekannte von ihm fragten, ob und woher er denn Jamie Cullum kenne. Da er Praktikum beim Radio macht, wollte selbst ein Arbeitskollege wissen wie er denn zu dieser Bekannschaft käme, mit dem nicht unwichtigen Beifügsel, dass dieser Radiosender der Einzige in der Umgebung wäre, der Jamies Musik spielt (woot, woot ;) ).
Ich bin gespannt wie weit wir beides das Spiel noch treiben können. Lustig wird es allemal.
Rache ist nunmal Blutwurst.
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