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Sonntag, 26. Mai 2013

Gedankenrausch


"1, 2, 3, 4, 5…". Ein und ausatmen. Atem zählen. Alles laaangsam.
"…6,7,8,9,10". Wieder von vorne. "1,2,3…" Ein und aus.
"Gelber Balken des Musters auf der Matratze vor mir… Ich beobachte, nehme wahr. Ich bin." Gedanken kommen, Gedanken gehen.

"Wie es gestern wohl war?" Zurück zum Gelben Balken.
"1,2,3,4…" Der Brustkorb hebt und senkt sich. ".
Hätte heut gern Musik gemacht…" Gedanken, Gefühle.
"Hallo. Auf wiedersehen! Mehr durch den Bauch atmen…". "5,6,7…".

"Ob sie an mich gedacht hat…?" Autos rauschen auf der Straße vorbei. So wie die Gedanken. Regen tröpfelt auf die Fensterscheibe. Plitsch, platsch. "Scheiß Wetter…".
"5,6,7,8,9,10,11,12… Oh, verzählt! Nochmal… 1,2,3…"

Musik aus den Lautsprechern. "Ob sie wohl schon wach ist…? Gedanken rauschen wie Autos, Gefühle fahren die Straße entlang. Ständiges kommen, ständiges gehen. 

"Ob sie wohl noch zu mir hält? Sind die Dinge heute anders als gestern? Nein… gelber Balken!". "…5,6,7…". "Nichts kann ich ändern, jetzt nur sitzen…gelber Balken… Musik…Autos…Atem…7, ein, 8, aus, 9, ein, 10, aus…".

Plöng. Handy gibt zuverstehen, dass es eine SMS empfangen hat. "Wer mag das sein? Ob sie geschrieben hat…? Sicherlich jemand anders…unwichtig… 1,2,3…" Die Gedanken fließen, Gefühle strömen, dann sind sie fort, kommen wieder.
"…im hier und jetzt". Autos sausen wieder vorbei.

"Gute Übung, nehme ich in mein Seminarkonzept auf… Inspiration. Wie kann ich das am besten einbringen?" Ein, und wieder ausatmen. "Muss, was tun… nicht jetzt, jetzt ist nur der gelbe Balken interessant!".

Füße werden kalt und taub. Ein Luftstrom fegt durchs Zimmer. "Kalt…2,3,4…taub". Ein leichtes Stechen in den Knien, die Last des Körpers drückt auf sie nieder.

"Was fange ich heute an…? Der gelbe Balken verschwimmt… zurück zum gelben Balken. Konzentration. "Lasse fließen, verurteile nicht, es gehört alles zu dir". "8,9,10… Ich schreib das hier auf… Gedankenrausch, ja… aber erstmal… 3,4,5…"

"Wie lang ich wohl schon sitze?" Gedanke geht vorbei… Alles geht vorbei. Es gibt nichts zu erreichen. Die Gedanken mit Gefühlen in ihrem Gepäck. Ewige Reisende auf der neuronalen Autobahn des Geistes. Rauschen vorbei, so ist es gut. Gedankenstau kann keiner brauchen.

…8,9,10… aus, ein, aus… Ende.

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