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Freitag, 18. März 2011

Die Welt dreht durch...

...und dies nicht allein heute oder in den letzten paar Wochen, sondern schon immer. Allerdings gehen die letzten Nachrichten auch an mir Medienmuffel nicht vollkommen vorbei. Gehört vielleicht zur Entwicklung geistlicher Reife hinzu? Oder dreht die (Medien)Welt in letzter Zeit doch mehr durch als gewöhnlich?

Für mich begann alles an einem gemütlichen Wochenende in den Sälen unserer schönen Unibibliothek, dort, wo ich im Rahmen von routiniertem studienaufschiebendem Verhalten, nach langer Zeit wieder mal meinen Twitteraccount auf meinem Smartphone aktivierte. Persönlich bin ich kein Fan von Twitter oder Facebook. Muss doch nicht jeder wissen, dass ich im Grunde gar nichts zu sagen habe und geistliche Leere gerne mal mit irrelevanten Tweets oder Bottlemessages fülle. Jedoch sind die Kommunikationsmöglichkeiten dieser Portale wirklich sehr nützlich (und manchmal ist es auch toll Dinge zu posten, die im Grunde die wenigsten interessieren - wofür schreib ich schließlich auch an diesem Blog? ;) ). Für mich war es zumindest eine gute Möglichkeit durch Webfeeds von Spiegel-online, Die Welt-online und Die Zeit-online, öfter in Kontakt mit der, sich immerzu drehenden Welt zu kommen.

Was ich an diesem Tag las, zog unmittelbar jegliche Aufmerksamkeit auf sich. Berichte über das ägyptische Volk und deren Demonstrationen, die gerade erst wenige Tage zuvor ins Rollen gekommen waren, nachdem sich ein junger Mann mit Benzin übergoss und anschließend in Flammen setzte. Jegliche Hilfemaßnahme auf diesen Schrei aus Verzweiflung und Frustration kam für diesen Mann viel zu spät, bewegte jedoch das gesamte Volk und zog auch bald schon um die ganze Welt. Nicht nur die Herzen der Ägypter, sondern auch mein politisches Interesse entflammte dadurch in einem Schlag. Egal, wie diese Revolution enden würde, wir waren alle Zeuge, wie Geschichte geschrieben wird. In welchem Ausmaße wissen wir inzwischen alle. Mobarak kündigte am 28 Februar 2011 seinen Rücktritt an und übergab die Befehlsmacht an das Militär. Die Regierung, wie das Land sie in den letzten zwei Jahrzehnten kannte, nimmt nun (hoffentlich) neue und bessere Züge an. Der Wille zur Veränderung infizierte schnell viele Nachbarstaaten Nord-Afrikas.

Was wir nun am häufigsten vernehmen ist der Libyenkonflikt, der, neben der tragischen Dreiecks-Katatrophe in Japan (Erdbeben, Tsunami und Verstrahlung - kann es noch viel dicker kommen?), das derzeit größte Thema der Medien darstellt. Auch der direkte Nachbar von Ägypten hat den Wind von Freiheit und Revolution (hoffentlich auch frei von Radioaktivität) aus dem Osten zu sich hinüber wehen lassen und kräftig daran geschnuppert. Leider ist der Diktator Quaddhafi nicht so 'samtzahm' wie Präsident Mobarak, der ebenfalls mit Gewalt gegen das Volk vorging, jedoch in weniger radikalem Maße wie der libysche Diktator im Vergleich. Quaddhafi will sein 'Imperium' mit aller Macht verteidigen und sollte es sein Tod bedeuten, so kündigte er noch vor wenigen Wochen an. auch Mobarak machte ähnliche Stellungnahmen, nur schien sein Größenwahn noch nicht in derartig fortgeschrittenenem Endstadium, wie es bei Quaddhafi der Fall zu sein scheint. Doch Wahnsinn hin oder her: Dumm ist der Machthaber Libyens nicht, denn sonst hätte er keine 40 Jahre in der Position verweilt, die er nun mit allen Mitteln zu verteidigen gedenkt.

Die heutigen Nachrichten berichten, dass die UN nun letztendlich die Flugverbotszone erhoben hat. Dies hingegen der Annahme, dass das libysche Volk, durch "Ablenkung" der Katastrophe in Japan und die drohende Gefahr von Fukushima I, auf sich selbst gestellt sei. Ein Artikel, den ich noch vorgestern gelesen hatte, stellte noch in Frage, ob die Nationen noch genügend Kapazität zur Unterstützung Libyens übrig habe, wenn die Aufmerksamkeit der Welt nun auf Japan gerichtet sei. Die Freigabe von dem Einsatz von Luftwaffen, um 'Quaddhafis Regime, davon abzuhalten dem zivilem Volk zu schaden' beweist das mögliche Gegenteil. Länder, wie Frankreich und die USA (wie könnte es auch anders sein?) sind zu allen „Schandtaten“ bereit. Deutschland hingegen enthielt sich bei der entscheidenenden UN Sitzung seiner Stimme, Gebrauch von jeglichem militärischen Eingriff zu machen, so berichtete "die Zeit-online" heute. Persönlich frage ich mich, ob das Thema Öl nicht zur übermäßigen Aufmerksamkeit beiträgt. Aus welchen Gründen auch immer: Ich finde es wichtig und gut, dass Quaddhafi verschwindet und das Volk nicht weiterhin eiskalt von der Militärmacht Quaddhafis und seinem äußerst brutalen Vorgehen bedroht wird.

Die abschließende(n) Frage(n), die sich mir hier noch stellt ist: 'Kann Macht wirklich nur noch effizient mit Macht (hier in Form von Gewalt) bekämpft werden?'. Was bedeutet Krieg und erlangen von Macht eigentlich und ist dies letzten Endes ein notwendiges Übel für die Welt, die wir uns geschaffen haben und die wir uns schaffen wollen?
Liegt diese Tendenz in der Wurzel des Menschen? Kann er überhaupt anders als sich immer und immer wieder diese Strukturen zu schaffen, die letzten Endes nur mit psychischer und psychologischer Gewalt verteidigt werden können?

Dies wird auf jeden Fall das nächste Thema meines Blog sein.
Inzwischen dreht die Welt weiter durch... und weiter, und weiter...

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