Auch bei mir ist es momentan viel zu tun, denn muss auch diese Generation wieder mit Statistikfächern gequält werden. Wäre ja gelacht, wenn unsere Vorfahren die ganzen mathematischen Formeln und statistischen Methoden mit Blut, Schweiß und Tränen zusammenklauben (und das ohne Taschenrechner und PC, nur mit Papier, Stift und noch höchstens mit einer Rechen-Raupe) und die nachfolgenden Generationen nicht mindestens den selben Schmerz erfahren und dieselben Tränen weinen wie sie selbst.
Von daher bezieh ich mich heute nur auf ein "einfacheres" Thema, als Macht und Machstrukturen, obwohl ich es in meinem letzten Post angekündigt hatte. Damit beschäftigen werde ich mich, wenn die Zeit nicht mehr so rar gesät ist. Stattdessen möchte ich euch (und mich) versöhnen mit einem Post über eine Frage, die mich schon ein paar Wochen beschäftigt... Aber kurz von vorne.
Ich lebe ja jetzt schon ein Zeitchen in Nijmegen. Was die Stadt mitunter so toll macht ist, dass sie sich recht klein und übersichtlich präsentiert und trotzdem immer recht viel Neues zu entdecken ist.
Natürlich werden Entdeckungen auch hauptsächlich durch subjektive Wahrnehmungen geprägt, denn schließlich können wir auch nur das (wissentlich) wahrnehmen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit und Fokus richten. Und unsere Aufmerksamkeit wird stark durch Stimuli geleitet, die für uns persönlich wichtig sind. Wir bestimmen also im Grunde selber was wir "entdecken" und was nicht, wenn wir an einem sonnigen Tag durch die Stadt laufen. Übrigens: Dadurch, dass wir uns auf Dinge richten, die uns primär wichtig sind, werden auch unsere persönlichen Interessen und Prioritäten widerum geschult. Logisch, man kann schließlich nichts interessant finden, dem man absolut keine Beachtung schenkt (und noch nie geschenkt hat).
Nehmen wir das bekannte Fallbeispiel, dass man ohne Frühstück zur Lesung oder Arbeit hetzt und sich dann mit knurrendem Magen und völlig unterzuckert nach allerlei Snacks sehnt. Die Aufmerksamkeit schweift in diesem Moment sicherlich mal öfter zu dem deliziösem Schokomuffin des Sitznachbarn rüber, anstatt auf die eigentliche Arbeit. Essen ist logischerweise immer wichtig und wird normalerweise nur dann verstärkt, wenn man nicht gerade kugelrund uns satt ist.
Dadurch wurde mein Fokus in den vergangenen zwei Jahren auch deutlich auf Streetart gerichtet, die sicherlich auch stark durch meine zweit-"Familie" in Enschede geprägt wurde.
So kam es, dass ich vor zwei Wochen an einem schönen Sonntag auf ein Tag stieß, dass unmittelbar meine Aufmerksamkeit auf sich richtete:
"Wat is Snorri voor jou?",
diese Frage hat mich bis heute nicht losgelassen. Was bedeutet Snorri eigentlich für mich? Was bedeutet Snorri eigentlich für euch? Was bedeutet Snorri für jeden einzelnen von uns?
Und letztendlich die Frage: Wer oder was ist Snorri überhaupt?
Eine Woche später, auf dem Weg nach hause sah ich dann etwas, was mir deutlich machte, dass "Snorri" vielleicht mehr ist als das bloße Auge vermuten ließe.
Auf dem selben Weg (welcher ein langer Fahrradweg ist, der durch gut halb Nijmegen führt, was keine Kunst ist, da Nijmegen eben recht übersichtlich ist) konnte ich noch mehr solcher sogenannten "Tags" entdecken.
Letztendlich wurde er auch in Enschede gesichtet:

Wie aus der Dokumentation deutlich wird ist, dass Snorri tatsächlich ein Ding ist, hinter dem Einer oder mehr Leute stehen und der/die scheinbar versucht/versuchen sich einen Namen zu machen.
Ich bin gespannt, ob ich schon bald auf weitere Exemplare der Snorri-Palette stoße und damit auf die Spur von einem aktiven Streetartist, der eventuell sogar aus Nijmegen kommt. Natürlich halte ich euch mit meinen Recherchen auf dem Laufenden. Auch über Tipps über Snorri würde ich mich freuen ;).
Vielleicht haben wir es sogar zu tun mit einem "neuen" Banksy?
Man darf gespannt sein!